Abreise die zweite. Nach dem Chaos rund um den hustenden Eyjafjalla und das daraus resultierende europaweite Flugverbot, sollte der Startschuss zu meinem USA Trip tatsächlich nun doch noch fallen. Aufgrund der gesammelten Erfahrungen zwei Wochen zuvor, war es diesmal ein Leichtes, mich im Frankfurter Flughafen zurechtzufinden und das Gepäck, vorallendingen mein heiliges Bike, der ersten vertrauenswürdigen Dame im Check-in Bereich überreichen zu dürfen.
Nach einem siebenstündigen Flug und einer ebensolangen Wartezeite in Frankfürt und London, baute sich die nächtliche Skyline New Yorks das erste mal vor mir auf. Diese machte an Abend der Anreise herzlich wenig her, da auf eine Manhatten Ehrenrunde offentlich verzichtet wurde. Auch am Boden wirkten die Strassen New York nicht gerade einladend. Wenn der Weg zum Hostel bereits dem Taxifahrer unheimlich wird, erwecken die kolumbianischen und mexikanischen Drogendealer den Ecken nicht gerade heimische Gefühle. Der Fahrer absolvierte seinen Job wohl auch noch nicht sonderlich lange, so musste ich ihm gar mit meinem Handy-Navi aushelfen. Gutes Ding. Hat mir somit bereits den ersten Bärendienst erwiesen.
Tag 2: New York City nach South Plainfield
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Am nächsten Morgen hatte der Zusammenbau des Bike oberste Priorität. Die aufwändige Verpackung des Kartons schien die sicherlich nicht zimperliche Gepäckbeförderungen von British Airways gut überstanden zu haben. Aber wie sah es innen drinne aus? Die gefühlte Tonne Luftpolsterfolie war nahezu ebenso schwer zu entfernen, wie sie aufgetragen wurde. Meine Darbietung wurde mit gespannten Argusaugen von den anwesenden Hostelbewohner verfolgt, während diese gemütlich ihr Frühstück verputzten. Nach etwas mehr als einer Stunde Stunde stand mein Gefährt, welches mich die nächsten 3 Monate ertragen soll, endlich zur Abfahrt bereit.
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Dem Ruf und der Faszination der Stadt zum Trost, sollte New York von mir nicht die gebührende Aufmerksamkeit erhalten. Das bunte Treiben auf den Strassen, Wolkenkratzer oder Shoppingmeilen sind bei diesem Trip nicht mein Ziel. Mit lediglich einem kleinen Abstecher zu einer mir empfohlenen Fahrradwerkstatt, die meine etwas schleifenden Bremsen zurecht biegen sollten, suchte ich den direkten Weg zur Fähre, die mich von Manhatten nach Staten Island brachte.
"it's called an island!"
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Während ich verträumt die nobeln Bauten der vermeintlichen Insel bestaunte, näherte ich mich immer näher meiner ersten wichtigen Erfahrung: vertraue dem Navi nicht blind! Und Highways, besonders die, für welche auch noch eine Maut verlangt wird, sind wie nicht anders zu erwarten ausschliesslich für schwergewichtige Benzinfresser bestimmt. Mich trennten ca. 500m Strecke von meinem weitern Routenpunkt, doch aufgrund der topografischen Eigenschaft einer Insel, bot sich mir kein anderer Weg. Jeder der zwei, bzw. drei Brückenübergängen raus aus Staten Island sind vehicles-only! Frustriert beugte ich mich dem SChicksal und fuhr zurück in Richtung Hafen, auf dass ich von dort eine Fähre um Staten Island herum nehmen könnte. Doch so schmerzlich mich das Schicksal bereits am ersten Tag Lehrgeld bezahlen ließ, so versöhnlich zeigte es sich bald von der guten Seite. Eine dreier Gruppe Biker, die ich ansprach, um mich bezüglich der menschen- und fahrradfeindlichen Infrastruktur zu vergewissern, bot mir kurzerhand an, mich und mein Bike mitzunehmen! Ich traf die ersten Repräsentaten eines freundlichen und hilfsbereiten US-Amerikaners. Den Transport via Auto, Bahn oder ähnlichem habe ich mir selbst zwar ausschliesslich für Notfälle auf erlegt, doch soll diese Mitnahme hoffentlich die einzige einer langen und spannenden Reise sein.
Die Weiterfahrt gleich hinter dem nicht mal 500m langen Maut-übergang verlief anschliessend ohne weitere Zwischenfälle. Derweil wurde es zwar schon bedrohlich spät und auch der starke Berufsverkehr erleichterte meine Tour nicht sonderlich, doch gegen 19h erreichte ich endlich das Ende meiner ersten Tagesroute. Das bereits gebuchte und bezahlte Motel kam mir mit geradezu luxoriöser Ausstattung nach den Strapazen der letzten Stunden gerade recht.







Kommentare
Bei mir gabs nach knapp 3 km nen Platten (bei den "Slicks" kein Wunder) und nen komplett orienierungs- und ideenlosen Taxi-Meister.
Genieß die Skyline von der Brooklyn-Bridge - die Berichte vom Time Square sahen nach gutem Wetter aus. Alles wird gut!
schöner Blog, gut gemacht, wie immer halt :)
www.youtube.com/watch?v=cSICoacOT60
Und lass uns alle teilhaben!